Planetarische Raumsonden

Voyager

Die folgende Liste enthält nur eine Auswahl an Raumfahrzeugen, die für die Erkundung des Planetensystems von Interesse sind. Sie ist weit davon entfernt, einen vollständigen Überblick zu geben (mehr siehe unten). Vieles des Folgenden wurde von sci.space FAQ übernommen.

Vergangene Missionen

Luna 2
Schlug auf der Oberfläche des Mondes auf 1959 (UdSSR)
Luna 3
Erste Fotos der erdabgewandten Seite des Mondes 1959 (USSR)
Mariner 2
Erster erfolgreicher Versuch eines Fluges an der Venus vorbei im Dezember 1962. Die Sonde kehrte mit Informationen zurück, die bestätigten, daß die Venus eine sehr heiße (800 Grad Fahrenheit, heute korrigiert zu 900 ° F.) Welt mit einer wolkenverhangenen Atmosphäre ist, die sich hauptsächlich aus Kohlendioxid zusammensetzt.
Mariner 3
Startete am 5. November 1964, ging aber verloren, als die Schutzhülle sich beim Eintritt in den Raum nicht löste. Ohne die Möglichkeit, Energie vermittels Sonnenkollektoren aufzunehmen, starb die Sonde, als die Batterien leer waren, und befindet sich heute in einer Umlaufbahn um die Sonne. Ursprüngliche Aufgabe war eine Mars Passage zusammen mit Mariner 4.
Mariner 4
Die Schwesternsonde von Mariner 3 erreichte den Mars 1965 und machte die ersten Aufnahmen (insgesamt 22) von der Marsoberfläche aus der Nähe, als sie den Planeten passierte. Die Sonde entdeckte eine verkraterte Welt mit einer Atmosphäre, die wesentlich dünner war, als man gedacht hatte. Viele Wissenschaftler schlossen aus diesen einstweiligen Aufnahmen, daß Mars sowohl im geologischen wie auch biologischen Sinne eine „tote“ Welt ist.
Mariner 9
Mariner 9, die Schwesternsonde von Mariner 8, welche nicht starten konnte, wurde 1971 der erste künstliche Satellit des Mars. Sie lieferte Informationen über den Roten Planeten, die keine Sonde bis dato sandte, und enthüllte dabei riesige Vulkane auf der Marsoberfläche sowie gigantische Schluchtensysteme und den Beweis, daß dereinst über den Planeten Wasser geflossen sein muß. Sie machte auch die ersten feinen Nahaufnahmen der beiden kleinen Marsmonde, Phobos und Deimos.
Apollo
6 bemannte Landungen 1969-72 auf dem Mond, die Bodenproben mitbrachten (die siebte Landung, Apollo 18, wurde aus politischen Gründen storniert).
Luna 16
Automatisierte Sonde, die 1970 Bodenproben vom Mond brachte (UdSSR)
Pioneer 10 und Pioneer 11
Pioneer 10 war die erste Sonde, die 1973 den Jupiter passierte. Pioneer 11 folgte 1974, die das erste Raumfahrzeug war, das anschließend 1979 zusätzlich noch den Saturn besuchte. Die „Pioneers“ wurden entworfen, um die Fähigkeiten von Raumsonden zu testen, den Planetoidengürtel und das Magnetfeld des Jupiter zu kreuzen. Der Planetoidengürtel war weiter kein Problem, aber sie wurden fast von Ionen gebacken, die in Jupiters Magnetfeld gefangen waren. Die gewonnenen Informationen waren entscheidend für den Erfolg der Voyagermissionen.
Die RTG-Stromversorgung von Pioneer 11 ist heute tot. Den letzten Kontakt zur Erde hatte sie im November 1995. Pioneer 10 arbeitet (gerade) noch, wird aber wegen Budgetkürzungen nicht mehr weiter verfolgt. Die letzten Daten von ihr wurden am 31 März 1997 empfangen. Beide bewegen sich weiter auf die Tiefen des Alls zu, die ersten Sonden, die dieses Unterfangen unternehmen.
Als erste Raumfahrzeuge, die das Sonnensystem verlassen sollten, tragen Pioneer 10 & 11 eine grafische Mitteilung in Form von mit Gold verzinkten Plaketten, die fest am Rumpf angebracht sind.
Mariner 10
Nutzte die Anziehungskräfte der Venus, um 1974 Merkur zu erreichen. Die Sonde sandte die ersten ultravioletten Nahaufnahmen der Venerischen Atmosphäre und enthüllte dabei bis dato unbekannte Details der Wolkenhülle sowie die Grundlagen für die Erkenntnis, daß das innere Wolkensystem den gesamten Planeten in vier Erdentagen umrundet. Mariner 10 unternahm schließlich 1974 und 1975 drei Passagen an Merkur vorbei, bevor der Antrieb der Steuerdüsen ausging. Die Sonde enthüllte Merkur als schwer verkraterte Welt mit einer weitaus größeren Masse als erwartet. Dies könnte darauf hinweisen, daß Merkur einen Eisenkern besitzt, der bis zu 75 Prozent des gesamten Planeten umfaßt.
Venera 7
Erste Sonde, die 1970 Daten über die Oberfläche eines anderen Planeten (Venus) übertrug.
Venera 9
Weiche Landung auf der Venus, 1975 Bilder der Oberfläche (UdSSR). Dies war das erste Raumfahrzeug, das auf einem anderen Planeten gelandet war.
Pioneer Venus
1978; Orbiter mit vier atmosphärischen Sonden; machte die erste Landkarte mit guter Qualität von der Oberfläche der Venus.
Viking 1
Viking 1 startete am 20. August 1975 von Cape Canaveral, Florida, aus vermittels einer TITAN 3E-CENTAUR D1 Rakete. Die Sonde trat am 19. Juni 1976 in eine Umlaufbahn um den Mars ein und setzte einen Landeroboter ab, der am 20. Juli 1976 auf den westlichen Hängen der Chryse Planitia aufsetzte. Er begann bald mit seiner programmierten Suche nach marsianischen Mikroorganismen (es wird heute noch debattiert, ob er welche gefunden hat) und sandte unglaubliche Farbpanoramen seiner Umgebung an die Erde. Eine der resultierenden Erkenntnisse war, daß der Himmel nicht, wie ursprünglich angenommen, dunkelblau, sondern vielmehr rosa war (die Rosafärbung geht dabei auf Reflexionen an roten Staubpartikeln in der dünnen Atmosphäre zurück). Der Landeroboter setzte in einem Gebiet auf, in dem sich roter Sand und Felsen so weit erstrecken, wie das Kameraauge reichte.
Viking 2
Viking 2 wurde am 9. September 1975 gestartet und erreichte eine Umlaufbahn um den Mars am 7. August 1976. Das Landemodul setzte am 3. September 1976 in den Utopia Planitia auf. Es erfüllte im wesentlichen dieselben Aufgaben wie das Schwesterfahrzeug, mit Ausnahme des funktionstüchtigen Seismographen, der ein Marsbeben aufzeichnete.
Die letzten Daten von Viking (Lander 1) wurden am 11. November 1982 zur Erde gesandt. Die Controller am JPL versuchten sechseinhalb Monate lang vergeblich, den Kontakt zum Lander 1 wieder herzustellen. Die gesamte Mission fand am 21. Mai 1983 ein Ende.
Interessante Randbemerkung: Der Viking 1 Lander wurde zu Ehren des verstorbenen Chefs des Teams, das die Verantwortung für die Fotoaufnahmen trug, in Thomas A. Mutch Memorial Station umbenannt. Das National Air and Space Museum in Washington D.C. wurde mit der Aufbewahrung der Mutch-Station-Gedenktafel betraut, bis die erste bemannte Marsexpedition diese Tafel anbringen können wird.
Voyager 1
Voyager 1 (Bild ganz oben) startete am 5. September 1977 und passierte den Jupiter am 5. März 1979 und den Saturn am 13. November 1980. Voyager 2 startete am 20. August 1977 (vor Voyager 1) und passierte den Jupiter am 7. August 1979, den Saturn am 26. August 1981, den Uranus am 24. Januar 1986 und den Neptun am 8. August 1989. Voyager 2 nutzte dabei eine Konstellation aus, die nur alle 189 Jahre einmal auftritt, um sich von einem äußeren Planeten zum nächsten katapultieren zu lassen. Voyager 1 hätte, grundsätzlich, auch noch Pluto ansteuern könne, aber JPL entschied sich für eine sichere Annäherung an Titan.
Zwischen diesen beiden Sonden entwickelte sich unser Wissen über die vier Großen Planeten, ihre Monde und ihre Ringe immens. Voyager 1 & 2 entdeckten, daß Jupiter eine komplizierte atmosphärische Dynamik aufweist, mitsamt Blitzen und Auroren. Drei neue Monde wurden entdeckt. Zwei der bedeutendsten Überraschungen waren zum einen, daß Jupiter Ringe besitzt, und daß Io aktive, schweflige Vulkane besitzt, mit bedeutenden Auswirkungen auf die Magnetosphäre des Jupiter.
Als die beiden Sonden den Saturn erreichten, entdeckten sie über 1.000 Unterringe sowie sieben Monde, inklusive der vorhergesagten „hütenden Monde“, die die Ringe stabilisieren. Im Verhältnis zum Wetter auf Jupiter war das auf Saturn ausgesprochen zahm: Gewaltige Jetstreams mit geringen Schwankungen (ein 33 Jahre alter Weißer Fleck ist bekannt). Titans Atmosphäre war diesig. Mimas Erscheinung war erschreckend: Ein riesiger Einschlagskrater gab ihm den Anschein eines Toten Sterns. Die große Überraschung lag hier bei den seltsamen Aspekten der Ringe. Verflechtungen, Knoten und Schleifen waren sowohl unerwartet wie auch schwer zu erklären.
Voyager 2
Voyager 2 setzte, dank heldenhafter Konstruktions- und Programmierungsanstrengungen, seine Mission bis zu Uranus und Neptun fort. Uranus wirkte höchst einheitlich. Eine der Auffälligkeiten war, daß die magnetische Achse schief auf der selbst schon völlig schräg stehenden Rotationsachse stand, was Uranus eine sehr eigentümliche Magnetosphäre verleiht. Vereiste Kanäle fand man auf Ariel, und Miranda besaß einen bizarren Fleckenteppich unterschiedlicher Gelände. Zehn Monde und ein weiterer Ring wurden entdeckt.
Im Gegensatz zu Uranus stellte sich Neptun als mit ausgesprochen aktivem Wetter ausgestattet heraus, inklusive verschiedener Wolkenerscheinungen. Die Ringbögen stellten sich als helle Stücke eines einzelnen Ringen heraus. Zwei weitere Ringe und sechs andere Satelliten wurden gefunden. Neptuns magnetische Achse stand ebenfalls schief. Triton hatte eine eigenartige Erscheinung und besitzt Geysire (was ist eigentlich bei 38K = –235 °C flüssig?).
Wenn keine unvorhergesehenen Fehler auftreten, werden wir die Kommunikation mit beiden Sonden bis in das Jahr 2030 aufrecht erhalten können. Beide Voyagers haben genügend Hydrazintreibstoff -- Voyager 1 verfügt über genügend Antrieb bis 2040 und Voyager 2 bis 2034. Limittierender Faktor sind dabei die RTGs (radio-isotope Thermalgeneratoren). Der Energieausstoß der RTGs fällt dabei langsam jedes Jahr ab. 2000 werden sie über nicht mehr genug Energie für das UVS-Instrument (das Ultraviolettspektrometer) besitzen. Bis 2010 wird die Energie soweit abgefallen sein, daß nicht mehr alle Feld- und Partikelmeßinstrumente gleichzeitig betrieben werden können. Ein Energiesparplan wird dann greifen, wenn manche der F&P-Instrumente an- und andere abgeschaltet werden. Die Sonde kann auf diese Weise zehn weitere Jahre überstehen, und danach wird die Energieversorgung so schwach sein, daß die Sonde nicht mehr versorgt werden kann.
Vega
Internationales Projekt VENUS-HALLEY, startete 1984, trug einen Venus-Orbiter sowie ein Landefahrzeug und vollzog eine Passage am Halleyschen Kometen.
Phobos
Zwei Sonden wurden 1988 von der UdSSR gestartet. Eine scheiterte spurlos. Ein paar Bilder wurden von der anderen empfangen, bevor auch diese fehlschlug.
Giotto
Giotto wurde am 2. Juli 1985 von der Ariane-1 aus durch die ESA gestartet und näherte sich am 13. März 1986 an den Kern des Halleyschen Kometen bis auf 540 km ± 40 km an. Die Sonde trug zehn Instrumente inklusive einer Farbkamera und sandte Daten zur Erde bis kurz vor der nächsten Annäherung, als die Verbindung vorübergehend abbrach. Giotto wurde von Staubpartikeln mit hoher Geschwindigkeit beschädigt und kurz darauf in eine Art Winterschlaf versetzt.
Im April 1990 wurde Giotto reaktiviert. Drei der Instrumente bewiesen komplette Funktionstüchtigkeit, vier waren teilweise beschädigt, aber noch brauchbar, und der Rest mitsamt der Kamera war unbrauchbar. Am 2. Juli 1990 vollzog Giotto eine nahe Annäherung an die Erde und wurde zu einer erfolgreichen Passage am Kometen Grigg-Skjellerup am 10. Juli 1992 weitergesandt.
Clementine
Eine gemeinsame Mission der Ballistic Missile Defense Organization (vormals SDIO) und der NASA zur Erprobung von Sensoren, die Lawrence Livermore für die BMDO entwickelt hatte. Die Sonde, gebaut vom Naval Research Lab, startete am 25. Januar 1994 in eine 425 km bis 2950 km entfernte Umlaufbahn um den Mond zu einer zweimonatigen Kartographierungsmission. Die Instrumente an Bord, inklusive UV- und IR-Kameras sowie ein Lidar, sollten Höhenvermessungen an den mittleren Längengraden des Mondes vornehmen. Anfang Mai sollte die Sonde die Umlaufbahn um den Mond verlassen und zu einer Passage am Asteroiden 1620 Geographos aufbrechen, aber eine Fehlfunktion vereitelte dieses Unterfangen.
Nichtsdestotrotz erlangte die Bodenkontrolle wieder die Herrschaft über die Sonde. Zur Zeit wird über mögliche zukünftige Missionen nachgedacht.
Mars Observer
Marsorbiter, trug unter anderem eine Kamera mit einer Auflösung von 1,5 m pro Bildpunkt. Startete mit einer Titan III/TOS Rakete am 25.9.92. Der Kontakt mit MO ging am 21.8.93 verloren, als er sich gerade auf den Eintritt in eine Umlaufbahn um den Mars vorbereitete. Die Sonde wurde abgeschrieben. Mars Global Surveyor, eine Ersatzmission, um die meisten wissenschaftlichen Ziele der MO-Mission zu erreichen, ist im November 1996 geplant (s.u.).
Magellan
Nach dem Start im Mai 1989 hat Magellan 98% der Oberfläche der Venus mit einer Auflösung von weniger als 300 Metern vermessen und eine umfassende Karte des Gravitationsfeldes des Planeten erstellt, die 95% des Planeten umfaßt. Vor kurzem vollzog Magellan ein 80-Tage-Programm, um seine Umlaufbahn abzusenken und abzurunden, indem er den Luftwiderstand der Atmosphäre bei leichter Absenkung ausnutzte. Magellan hat zwischenzeitlich die Radarvermessung und Gravitationsdatenaufnahme abgeschlossen. Im Herbst 1994, kurz bevor die Sonde wegen Verschlechterungen an den Sonnenkollektoren ihren Dienst versagt hätte, wurde Magellan absichtlich in die Atmosphäre der Venus hinabgeschickt, um weitere Techniken zu studieren, mit denen man in Zukunft für kommende Missionen Treibstoff sparen könnte, indem man eben diesen Luftwiderstand ausnutzt.
Galileo
Jupiter Orbiter und atmosphärische Sonde. Er hat umfangreiche Studien der Jupitermonde angestellt, und die Sonde wurde bereits in die Atmosphäre hinabgelassen, um uns die ersten direkten Informationen über das Innere des Gasriesen zu liefern.
Außerdem hat Galileo die ersten Bilder von zwei Asteroiden, 951 Gaspra und 243 Ida, während des Transits zum Jupiter übermittelt. Er hat ebenfalls Bilder des Einschlags des Kometen SL9 auf dem Jupiter geliefert, die er aus seiner außerordentlich günstigen Stellung aufgenommen hat.
Am 21. September 2003 wurde Galileo vorsätzlich in die Jupiteratmospäre gestürzt, um sicher zu vermeiden, daß die Sonde auf Europa aufschlagen und dort eventuell vorhandenes Leben kontaminieren kann.
Mars 96
Großer Orbiter mit verschiedenen Landefahrzeugen, vormals bekannt als Mars 94. Der Start schlug am 17. November 1996 fehl (die Mars 96 Mission wurde dann für eine Weile in Mars 98 umgetauft und letztendlich storniert).
Pathfinder
Der Mars Pathfinder (vormals bekannt als Mars Environmental Survey, oder MESUR, Pathfinder) ist die zweite planetarische Low-Cost-Entdeckungsmission der NASA. Die Mission besteht aus einem stationären Ladegerät und einem als Sojourner bekannten Oberflächenfahrzeug. Die Mission dient hauptsächlich der Demonstration der Durchführbarkeit von Billig-Landungen und –Erkundungen der Marsoberfläche. Dieses Ziel dürfte durch Tests der Kommunikation zwischen dem Fahrzeug und der Ladestation, zwischen der Station und der Erde sowie durch Tests der Aufnahmegeräte und Sensoren erreicht werden.
Die wissenschaftlichen Ziele umfassen die Erforschung der Atmosphäreneintrittsphysik, sowie Weitwinkel- und Nahaufnahmen mit dem Hauptaugenmerk auf einer Charakterisierung der Marsumwelt für spätere Erkundungen. Die Sonde wird in die Marsatmosphäre ohne vorherigen Umlauf um den Planeten eintreten und unter Zuhilfenahme von Fallschirmen, Raketen und Airbags landen, wobei sie auf ihrem Weg durch die Atmosphäre Luftmessungen vornimmt. Vor der Landung wird die Sonde von drei dreieckigen Solarkollektoren eingeschlossen, die sich am Boden nach der Landung entfalten sollen.
Mars Pathfinder wurde am 4. Dezember 1996 gestartet und landete erfolgreich am 4. Juli 1997 auf dem Mars.
NEAR
Die Near Earth Asteroid Rendezvous (NEAR, zu deutsch Rendezvous mit erdnahen Asteroiden) Mission verspricht Antworten auf die grundsätzlichen Fragen über die Natur erdnaher Objekte wie Asteroiden und Kometen.
Nach dem Start am 17. Februar 1996 durch eine Delta 2 Rakete sollte die Sonde im frühen Januar 1999 eine Umlaufbahn um den Asteroiden 433 Eros erreichen. Sie wird anschließend für wenigstens ein Jahr den felsigen Körper aus einer Höhe um 24 Kilometer beobachten. Eros ist einer der größten und meist beobachteten Asteroiden, die die Erdbahn kreuzen. Diese Asteroiden sind den viel zahlreicheren Asteroiden im Planetoidengürtel, die die Sonne in einem riesigen Ring zwischen Mars und Jupiter umrunden, nahe verwandt.
Lunar Prospector
Lunar Prospector, die erste NASA-Mission zum Mond nach fast 30 Jahren, startete am 6. Januar 1998. Innerhalb eines Monats begann er, Antworten auf die langgestellten Fragen über den Mond zu geben, über seine Ressourcen, über Struktur und Ursprung.

Andauernde Missionen

Voyagers 1 und 2
Sind nach 15 Jahren im Raum immer noch funktionstüchtig und verlassen gerade das Sonnensystem. Die beiden Voyagers werden voraussichtlich bis in das Jahr 2015 überdauern, wenn ihre Radioisotope Thermoelektrische Generatoren (RTG) die Stromversorgung langsam einstellen dürften. Ihre Flugbahnen widerlegen die Existenz von Planeten außerhalb des Pluto. Die nächste wichtige Entdeckung, die sie machen werden, dürfte die Lokalisierung der Heliopause sein. Niederfrequente Radiowellen, von denen man glaubt, daß sie an der Heliopause entstehen, wurden von den Voyagers festgestellt.
Beide Voyagers nutzen ihre UV-Spektrometer, um die Heliosphäre zu vermessen und den ankommenden Interstellaren Wind zu studieren. Spezielle Detektoren registrieren die Energiespektren der interstellaren Kosmischen Strahlen in der äußeren Heliosphäre.
Voyager 1 hat Pioneer 10 bereits passiert und ist nun das entfernteste Objekt, das von Menschenhand gefertigt wurde.
Hubble Space Telescope
Gestartet im April 1990; verankert im Dezember 1993. HST kann Bilder und Spektralanalysen über größere Zeiträume liefern. Dadurch liefert es eine wichtige, zusätzliche Dimension zu den höher auflösenden Daten der planetarischen Sonden. So haben zum Beispiel kürzlich die HST-Daten gezeigt, daß der Mars heute kühler und trockener ist als im Zeitpunkt der Viking-Missionen; und die HST-Aufnahmen weisen darauf hin, daß die atmosphärischen Erscheinungen auf Neptun sich schnell verändern.
Benannt nach dem Amerikanischen Astronomen Edwin Hubble.
Die neuesten Aufnahmen des HST werden regelmäßig veröffentlicht.
Ulysses
Erforscht heute die Polarregionen der Sonne (ESA/NASA). Ulysses wurde vom Space Shuttle Discovery aus im Oktober 1990 gestartet. Im Februar 1992 erhielt sie zusätzlichen Schwung durch die Anziehung des Jupiter, der sie außerdem aus der Ebene der Ekliptik schleuderte. Heute hat sie die wesentlichen Aufgaben zur Erforschung der Pole der Sonne erfüllt. Die Mission wurde dahingehend erweitert, daß auf einer anderen Umlaufbahn auch die Pole der Sonne während des Höhepunktes des Sonnenfleckenzyklusses untersucht werden. Sein Aphel liegt bei 5,2 AE, und überraschenderweise der Perihel bei ungefähr 1,5 AE -- es stimmt, eine Sonde zur Untersuchung der Sonne, die immer weiter von dieser entfernt ist als die Erde! Man erhofft sich davon ein besseres Verständnis des Magnetfeldes der Sonne sowie des Sonnenwinds.
Wind
Nach dem Start am 1. November 1994 wird der NASA-Satellit Wind einen günstigen Aussichtspunkt zwischen Sonne und Erde einnehmen und damit den Wissenschaftlern eine einmalige Gelegenheit verschaffen, den enormen Energie- und Materiefluß von der Sonne weg - als Sonnenwind bekannt - zu studieren.
Das Hauptziel der Mission ist das Messen von Masse, Schwung und Energiegehalt des Sonnenwindes, der irgendwie in die Umgebung der Erde getragen wird. Obwohl schon vieles aus früheren Missionen über die allgemeine Natur dieses gewaltigen Eintrags bekannt ist, ist es vonnöten, einen großen Umfang von detaillierten Daten aus verschiedenen strategischen Regionen um die Erde herum zu sammeln, bevor die Wissenschaft die verschiedenen Arten verstehen kann, in denen die Atmosphäre unseres Planeten auf die Veränderungen des Sonnenwindes antwortet.
Der Start markiert auch die erste interstellare Zusammenarbeit zwischen Amerikanern und Russen. Der Konus Gammastrahlen-Spektrometer, gestellt vom Ioffe Institut, Rußland, ist eines von zwei Instrumenten an Bord von Wind, die eher kosmische Gammastrahlen studieren als den Sonnenwind zu studieren helfen werden. Außerdem ist auch ein französisches Instrument an Bord.
Zunächst vollzieht der Satellit unter Zuhilfenahme der Anziehungskraft des Mondes eine große achtförmige Flugbahn. Der erdfernste Punkt wird bei 1,6 Mio. km liegen, der erdnächste bei wenigstens 29.000 km.
Im weiteren Verlauf der Mission nimmt die Sonde ein spezielles Halo-Orbit stromaufwärts des Sonnenwindes in der eindeutigen Position, an der die Sonde zwischen Erde und Sonne an gleicher Stelle verbleibt (circa 1,5 bis 1,69 Mio. km von der Erde entfernt).
Mars Surveyor Programm
Nach dem Start mit einer konsumptiven Delta II Rakete vom Cape Canaveral, Florida, am 7. November 1996 trat die Sonde in eine elliptische Umlaufbahn um den Mars. Die Sonde umrundet den Mars alle zwei Tage derart, daß die Sonne immer in einem festen Winkel über dem Horizont steht, so daß jedes Bild die sozusagen nachmittägliche Sonneneinstrahlung der Oberflächenmerkmale erhält. Die Sonde wird einen Teil der Mars Observer- Instrumente an Bord haben und diese dahingehend verwenden, daß sie Daten über ein volles Marsjahr, das ungefähr zwei Erdenjahren entspricht, hinweg sammelt. Die Sonde wird anschließend weitere drei Jahre lang als Relaisstation für Signale verwendet, die andere U.S.-amerikanischen und internationalen Landefahrzeugen und niedrigen Sonden erreichen sollen.
Cassini
Saturnorbiter und Titan Atmosphärensonde. Cassini ist ein gemeinsames Projekt von NASA und ESA, entworfen zur Erkundung des Saturnsystems durch den Cassini Saturn-Orbiter und die Huygens Titan Sonde. Cassini startete an Bord einer Titan IV/Centaur am 15. Oktober 1997.
Stardust
Für den Start im Februar 1999 vorgesehen wird Stardust in die Nähe eines Kometen fliegen und, zum ersten Male überhaupt, Material aus der Koma eines Kometen zur Analyse durch Wissenschaftler auf der ganzen Welt mit zur Erde bringen. Geplant ist 2004 eine Passage am Kometen Wild-2 und die Rückkehr zur Erde für das Jahr 2006.

(Alle Missionen, die nicht anderweitig gekennzeichnet sind, gehen von der NASA aus)

Mehr über planetarische Raumsonden


Planetarische Raumsonden leisteten und leisten mit ihren vielfältigen Aufgaben beziehungsweise Projekten, einen erheblichen Anteil zur Erforschung des Weltalls. Immer wieder sandten und senden diese sehr erstaunliche Bilder und Neuigkeiten von ihren „Ausflügen“ im Weltall, wie zum Beispiel vom Mond, Mars, Venus und Merkur. Die gesendeten Informationen von den Raumsonden sind wichtige Bestandteile der Forschungsprojekte der verschiedenen Weltraumorganisationen. Es ist natürlich nicht auszuschließen ist, dass irgendwann einmal auf eine Form von Leben gestoßen wird. Denn schließlich existiert auf dem Planet Erde menschliches Leben und hat im Laufe der Jahrhunderte die unterschiedlichsten, und zum Teil sehr erstaunlichen Dinge erforscht und entwickelt. Bevor jedoch die Erforschung des Weltalls mittels Raumsonden stattfinden konnte, mussten kleinere elektronische Wunder den Weg bereiten. Angefangen in der Mitte des 20. Jahrhunderts, wurde mit der Leiterplattenbestückung – noch in handwerklicher Arbeit – die Basis elektronischer Schaltungen gelegt. Die Platinen werden in der Rundfunk- und Fernsehproduktion benötigt, jeder Computer kann erst durch diese Bauteile funktionieren. Auch moderne Waschautomaten, Scannerkassetten oder die Konsolenspiele sind mit Leiterplatten ausgerüstet. Überall, wo Elektronik im Spiel ist, sind auch Leiterplatten vonnöten. Somit können wir auch all die Bilder aus dem Weltall bestaunen.


Inhalt ... Sehen des Sonnensystems ... Raumsonden ... Eine Bitte ... Daten ... Originalseite


Impressum, © Bill Arnett, übersetzt von Michael Wapp; sorry, outdated seit 2005